Animationen gehören zu den größten Stärken von Framer. Richtig eingesetzt, machen sie eine Website moderner, verständlicher und hochwertiger. Falsch eingesetzt, können sie jedoch genau das Gegenteil bewirken. Zu viele Effekte, zu schnelle Bewegungen oder unklare Animationen lassen eine Seite schnell unruhig wirken oder sogar „spinnen“.
In diesem zweiten Teil der Framer-Serie schauen wir uns deshalb nicht nur an, welche Effekte es gibt, sondern vor allem wie und wann man sie sinnvoll nutzt. Dieser Artikel baut auf dem ersten Beitrag auf, in dem wir gemeinsam eine Website von Grund auf in Framer aufgebaut haben. Jetzt geht es darum, dieser Struktur gezielt Leben einzuhauchen.
Alle Ressourcen die zu brauchst um das Projekt nachzubauen:
Warum Animationen überhaupt einsetzen
Animationen sind kein Deko-Element. Ihr eigentlicher Zweck ist es, Nutzer zu führen und Inhalte besser verständlich zu machen. Gute Animationen helfen dabei:
Aufmerksamkeit zu lenken
Zusammenhänge visuell zu erklären
Interaktionen natürlicher wirken zu lassen
der Website Tiefe und Dynamik zu geben
Schlechte oder zu viele Animationen dagegen sorgen für Ablenkung, längere Ladezeiten und ein chaotisches Gesamtbild. Deshalb gilt ganz klar: Weniger ist mehr.
Appear Effects – Inhalte ruhig und kontrolliert einführen
Der Appear Effekt ist einer der wichtigsten Effekte in Framer. Er bestimmt, wie Elemente sichtbar werden, wenn sie geladen werden oder in den Viewport kommen.
Dezent eingesetzt sorgt er dafür, dass Inhalte nicht einfach „da sind“, sondern logisch erscheinen. Das hilft besonders bei längeren Seiten, da der Nutzer Schritt für Schritt durch den Content geführt wird.
Wichtig ist hier, die Geschwindigkeit niedrig zu halten und nicht jedes einzelne Element separat zu animieren. Gruppenweise Animationen wirken deutlich ruhiger und professioneller.
Hover und Press Effects – Feedback für Interaktionen
Hover Effekte zeigen dem Nutzer, dass ein Element interaktiv ist. Press Effekte geben zusätzlich Rückmeldung beim Klicken oder Tippen. Diese Effekte sind extrem wichtig für die Usability, vor allem bei Buttons, Cards oder Navigationselementen.
Ohne diese Effekte fühlen sich Webseiten oft statisch und leblos an. Mit zu starken Effekten wirken sie jedoch schnell verspielt. Auch hier gilt: kleine Bewegungen, kurze Distanzen, klare Zustände.
Mirror und Drag Effects – gezielt für besondere Bereiche
Mirror und Drag Effekte fallen stärker auf als klassische Animationen. Sie eignen sich hervorragend für kreative Sektionen, Hero Bereiche oder experimentelle Layouts.
Da diese Effekte sehr präsent sind, sollten sie nicht mehrfach auf einer Seite eingesetzt werden. Ein einzelnes starkes Element wirkt oft besser als viele kleine Spielereien.
Ticker – Bewegung ohne Ablenkung
Ticker werden häufig genutzt, um Logos, Features oder kurze Informationen darzustellen. Der große Vorteil ist, dass Bewegung entsteht, ohne dass der Nutzer aktiv etwas tun muss.
Wichtig ist eine langsame Geschwindigkeit und ein klarer Inhalt. Ein zu schneller Ticker wirkt stressig und lenkt vom eigentlichen Inhalt ab.
Scroll Animationen und Scroll Transform – Storytelling mit Kontrolle
Scroll basierte Animationen gehören zu den mächtigsten Werkzeugen in Framer. Sie ermöglichen es, Inhalte abhängig vom Scrollverhalten aufzubauen und zu verändern.
Besonders gut eignen sie sich für:
About Sektionen
Produkt Erklärungen
Schritt für Schritt Storytelling
Dabei ist es extrem wichtig, Start und Endpunkte sauber zu definieren. Wenn zu viele Elemente gleichzeitig an den Scroll gekoppelt sind, wirkt die Seite schnell instabil oder unkontrolliert.
Scroll Speed – Tiefe erzeugen ohne Chaos
Unterschiedliche Scroll Geschwindigkeiten können Tiefe erzeugen und visuelles Interesse schaffen. Dieser Effekt sollte sehr sparsam eingesetzt werden, da er sonst schnell verwirrend wirkt.
Ideal ist es, maximal ein oder zwei Ebenen mit veränderter Scroll Geschwindigkeit zu nutzen, zum Beispiel für Hintergründe oder große visuelle Elemente.
Lightbox – Fokus behalten statt Seitenwechsel
Lightbox Effekte sind ideal, um Inhalte hervorzuheben, ohne den Nutzer aus dem aktuellen Kontext zu reißen. Bilder, Videos oder Zusatzinformationen können so präsentiert werden, ohne eine neue Seite zu laden.
Das verbessert die Nutzererfahrung deutlich, solange die Lightbox klar gestaltet ist und sich intuitiv schließen lässt.
Text Animationen – starke Wirkung mit Zurückhaltung
Text Animationen ziehen sofort Aufmerksamkeit auf sich. Genau deshalb sollten sie sehr bewusst eingesetzt werden. Sie eignen sich besonders für Headlines oder zentrale Aussagen.
Wenn jedoch zu viele Texte animiert sind, leidet die Lesbarkeit. Eine gute Regel ist, maximal eine animierte Textpassage pro Sektion zu verwenden.
Flow Animationen – Übergänge, die Sinn ergeben
Flow Animationen sorgen für fließende Übergänge zwischen Seiten oder Zuständen. Sie sind besonders hilfreich bei komplexeren Websites, da sie Orientierung schaffen und den Nutzer nicht abrupt aus dem Kontext reißen.
Auch hier gilt: Konsistenz ist wichtiger als Vielfalt. Lieber eine einheitliche Übergangslogik als viele unterschiedliche Animationen.
Wie viele Effekte sind sinnvoll?
Eine einfache Richtlinie für Framer Websites:
Pro Sektion maximal ein Haupteffekt
Interaktive Elemente mit dezenten Hover oder Press Effekten
Scroll Animationen nur für wichtige Inhalte
Keine Animation ohne klaren Zweck
Wenn eine Seite anfängt unruhig zu wirken, ist das meist ein Zeichen dafür, dass zu viele Effekte gleichzeitig aktiv sind.
Fazit – Effekte sind Werkzeuge, keine Dekoration
Framer bietet unglaublich viele Möglichkeiten, Websites lebendig zu gestalten. Der Schlüssel liegt jedoch darin, Effekte bewusst und gezielt einzusetzen. Animationen sollten unterstützen, erklären und führen, nicht ablenken oder überfordern.
Dieser zweite Teil der Serie ergänzt den ersten Artikel perfekt. Nachdem dort die technische und strukturelle Basis gelegt wurde, geht es hier darum, diese Basis mit durchdachten Effekten zu veredeln.
Das im Video gezeigte Projekt kannst du remixen und selbst analysieren. So lernst du nicht nur, welche Effekte es gibt, sondern auch, wie man sie sinnvoll kombiniert, ohne dass die Website ihre Ruhe und Klarheit verliert.




